In Deutschland kommen die Sommerferien nach und nach in allen Bundesländern um die Ecke und viele von uns werden die Ferienzeit vielleicht mit einem guten Buch verbringen. Ich möchte euch heute für die Ferienzeit ein paar Empfehlungen meiner Lieblingsbücher geben – mit einer kleinen Warnung: es sind einige Klassiker dabei – ich liebe Klassiker.
Zwei meiner Leidenschaften, Lesen und Reisen, lassen sich gut miteinander kombinieren. Wenn ich auf Reisen bin, habe ich immer ein Buch dabei. Meistens versuche ich, das Buch, das ich mitnehme, mit meinem Zielort zu kombinieren. Entweder stammt der Autor vom Reiseland/ Reisestadt oder die Handlung findet vor Ort statt.
Diese Kombination klappt nicht immer 😊

- Spannung pur mit Hercule Poirot: Wie ich vielleicht früher schon erwähnt habe, mag ich die spannenden Krimis von Agatha Christie sehr gern. Was lag also näher, als mir bei einem Besuch in Belgien auch ein Buch der Autorin und ihrem belgischen Detektiv mitzunehmen.
In diesem Fall hatte ich „Die Pralinenschachtel“ mit, eine Kurzgeschichte, die nicht besonders lang ist und an einem Wochenende – vielleicht abends im Bett kurz vor dem Einschlafen – schnell gelesen werden kann.
Was passiert in der Geschichte?
Ein junger, vielversprechender Politiker stirbt unerwartet. Seine Verlobte bittet Poirot, damals noch kein Privatdetektiv sondern Ermittler bei der belgischen Polizei, den Fall zu untersuchen, da sie den Verdacht hat, ihr Verlobter wurde von politischen Gegner ermordet.
- Historischer Krimi in Köln: Für alle, die bei einem Besuch in Köln auch ein wenig die mittelalterliche Stadt durch einen guten Krimi kennenlernen wollen, empfehle ich „Tod und Teufel“ von Frank Schätzing. Ein einzigartiges Buch über Köln, seinen Dom und seine Geschichte.
Was passiert im Buch?
Jacob der Fuchs, seines Zeichens kleiner Dieb im frühen 13. Jahrhundert in Köln, wird eines Tages Zeuge, wie ein schwarz gekleideter Mann den Dombaumeister vom Gerüst stürzt. Leider sieht nicht nur Jacop den Mörder, sondern wird selber von diesem gesehen. Es beginnt eine wilde und spannende Verfolgungsjagt und ein unerbittlicher Kampf ums Überleben quer durch die mittelalterliche Stadt. Dabei schafft es Franz Schätzing die damalige Stadt so schön und präzise zu beschreiben und das Leben zu jeder Zeit so genau wie nur möglich einzufangen, dass man beim Lesen fast vergisst, dass man selbst in einer Zeit siebenhundert Jahre später lebt. Ich will euch das Ende natürlich nicht verraten, aber das Buch ist ein Lesegenuss für alle Krimifans und nicht nur…

- Ein besonders Buch zum Wandern: Für alle, die gerne wandern und abends erschöpft aber glücklich nach einem langen Wandertag ins Bett fallen und noch ein wenig vor dem Einschlafen lesen möchten, habe ich eine besondere Empfehlung und zwar: „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Maria Andreas. Das Buch ist ganz anders, als die Geschichten, die ich normalerweise lese und hat mir trotzdem sehr gut gefallen. Es ist eine schöne und ruhige Geschichte über einen Mann und die Suche nach sich selbst.
Was passiert im Buch?
An einem schönen Morgen erfährt der pensionierte Harold Fry, dass seine ehemalige Kollegin Queenie Hennessy in einem Hospiz im Sterben liegt. Er schreibt ihr eine Postkarte und will sie „nur kurz“ zur Post bringen. Auf den kurzen Weg von seinem Haus zur Post, beginnt Harold sich aber Fragen über sich und sein Leben zu stellen… in Gedanken läuft er weiter und weiter und weiter, bis er merkt, dass er sich auf einen langen, mühseligen Weg zu Fuß aus dem Süden Englands bis hoch in den Norden gemacht hat. Vordergründig will Harold Fry zu Queenie und ihr den Brief persönlich überreichen, aber tatsächlich ist Harold auf der Suche nach sich selbst.
- Der Meisterdetektiv ermittelt: Er ist der größte Detektiv aller Zeiten und viele halten ihn für den ersten Privatdetektiv der Literaturgeschichte – Sherlock Holmes, die bekannteste Erfindung Arthur Conan Doyles. Leider ist Mr. Holmes, wie er in den Büchern und den alten Verfilmungen genannt wird, oder Sherlock, in den neueren Versionen, tatsächlich nicht der erste Detektiv der Literaturgeschichte – das ist Arsene Lupin, der Detektiv Edgar Allan Poes. Aber Sherlock ist unbestreitbar der bekannteste Detektiv aller Zeiten 😎
Als ich in London war konnte ich einfach nicht anders mir den Klassiker schlechthin mitzunehmen, um noch einmal in der wundervollen Welt von Holmes einzutauchen. Ich rede von „Der Hund der Baskervilles“ von Arthur Conan Doyle.
Was passiert im Buch?
Mitte des 18. Jahrhunderts tötet Sir Hugo Baskerville ein junges Mädchen, das ihn nicht heiraten wollte. Anschließend wird Sir Hugo von einem riesigen, grauenvollen Hund getötet und alle vermuten, dass der Hund die Strafe Gottes für den Tod des Mädchens war. Seitdem scheint die Familie Baskerville von einem schrecklichen Fluch verfolgt zu werden.
Sir Henry Baskerville ist der letzte Nachkomme der Familie und fürchtet um sein Leben. Er bittet Sherlock Holmes um Hilfe. Wird es dem Meisterdetektiv gelingen, den Fluch zu brechen und Henrys Leben zu retten?
Zusatzinfo: Ich bin letztes Jahr wieder in London unterwegs gewesen und habe neue Bücher mitgebracht – einer meiner nächsten Beiträge mit Buchempfehlungen wird sich um die größten Detektive aller Zeiten drehen.

- Erschütternde Geschichte mitten in Berlin: Dieses Buch ist mir lange in Erinnerung geblieben, schon als ich es das erste Mal gelesen habe. Es hat mich richtig bis ins Mark berührt und mich sehr nachdenklich gemacht. Ursprünglich vom Magazin Stern herausgebracht und von den Autoren Kai Hermann und Horst Rieck geschrieben, ist „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ ein literarischer Klassiker, der meiner Meinung nach unbedingt gelesen werden sollte.
Was passiert im Buch?
Das Buch erzählt die wahre Geschichte von Christiane F. und ihrer jahrelangen Drogensucht. Ihr Leben, ihre Drogensucht und ihre Entwicklung stehen symbolisch für die Kinder und Jugendlichen in West-Berlin, die aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen und der Drogensucht verfallen. Bahnhof Zoo war während der Teilung Deutschlands ein wichtiger Knotenpunkt in der Drogenszene.
- Verhängnisvolle Geschichte in Versailles: Bücher, die in Versailles spielen, gibt es nicht so viele. Allerdings gibt es ein Buch, das über ein wichtiges Ereignis der französischen Geschichte berichtet – stark stilisiert, versteht sich – und das ich jedem empfehlen kann, der sich für Staats- und Liebesaffären mit geschichtlichen Hintergrund interessieren. Ich spreche von Alexandre Dumas (der ältere) „Das Halsband der Königin“. Ich hatte dieses Buch zwar nicht bei meinem Besuch in Frankreich mit, aber ich habe es in der Schule gelesen und vor Kurzem wieder entdeckt.
Was passiert im Buch?
Die Halsbandaffäre ist eine historische Tatsache, die Alexandre Dumas der ältere aufgreift, um einen Roman drumherum zu schreiben. Dabei hält er sich eher lose an den historischen Fakten.
Die berühmten Juweliere Böhmer und Bossange schmieden ein unglaublich teures Diamantcollier, das sie aber nicht verkauft bekommen – es ist einfach zu kostspielig, selbst für die reichen Königshäuser Europas. Auch Marie-Antoinette lehnt ab, aber der Intrigant Cagliostro schmiedet einen Plan, wie er an die Diamanten kommen könnte. Mit Unterstützung der Gräfin de la Motte und der ahnungslosen Mittäterschaft des verliebten Kardinal de Rohan gelingt es ihm zunächst, das Collier zu stehen und die Königin als die Schuldige dastehen zu lassen.
Die Affäre wird aufgeklärt, aber der Ruf der Königin und des französischen Königshauses erleidet einen nicht wiedergutzumachenden Schaden.

- Historisches Drama in Paris: Ich habe lange Zeit geschwankt, welches Buch am besten zu einer Reise nach Paris passt. Es gibt so viele Bücher, die perfekt zur französischen Metropole passen 🙂 Es gibt besonders viele Klassiker, die in Paris spielen wie natürlich Victor Hugos „Notre Dame de Paris“ oder das unvergessliche Werk von Alexandre Dumas „Die drei Musketiere“.
Letztendlich habe ich mich aber für einen vermutlich weniger bekannteren Klassiker entschieden und zwar Eugene Sue „Die Geheimnisse von Paris“. Ich mochte die Geschichte um den Prinzen Rudolphe unheimlich gerne und habe sie vor meiner Reise nach Paris nochmal regelrecht verschlungen…
Was passiert im Buch? Der Prinz Rudolphe aus Gerlostein hat eine gut ausgeprägte soziale Ader. Zu Beginn der Geschichte lebt er in Paris, wo er sich zwar in der High-Society bewegt und seine Rolle als Prinzen ausfüllt, gleichzeitig begibt er sich in der Pariser Unterwelt und greift helfend ein, wenn er Personen findet, die seine Hilfe dringend benötigen. Die Charaktere, die Eugene Sue in dem Roman geschaffen hat und die zahlreichen Gefahren und Intrigen, denen Rudolphe und seine Schützlinge trotzen müssen, machen das Buch bis heute zu einer der interessantesten Geschichten, die ich je gelesen habe.
- Der Urgroßvater aller Vampirlegenden: Lange Zeit ist mir gar nicht in den Sinn gekommen, Bram Stokers „Dracula“ zu lesen – und das als gebürtige Rumänin 😉 Nachdem ich Schloss Bran besucht habe, kam mir die Idee, das Buch tatsächlich mal zur Hand zu nehmen und selber zu lesen, warum Dracula und mit ihm die schöne Burg Bran so berühmt geworden sind.
Ich wurde nicht enttäuscht. Das Buch ist vielleicht nicht direkt eine literarische Größe aber es ist sehr unterhaltsam und spannend bis zur letzten Seite. An dieser Stelle eine kleine Warnung: an die Sprache des Buches muss man sich erstmal ein wenig gewöhnen.

Was passiert im Buch? Der Anwalt Johnatan Harker wird von dem geheimnisvollen Grafen Dracula nach Transsilvanien gerufen, um ihm zu einem Hauskauf in England bzw. in London zu verhelfen. Harker merkt schnelle, dass mit dem Grafen und seiner Umgebung etwas nicht stimmt. Der Graf hat ein blutiges Geheimnis, das nur Schritt für Schritt ans Licht kommt und nicht nur Harker selbst, sondern auch seine schöne Frau Mina das Leben kosten kann. Allein der Vampirjäger Van Helsing kann ihnen noch helfen, dem Albtraum zu entkommen.
- Agentenkrimi in Bukarest: Da ich jedes Jahr ein oder zwei Mal meine Geburtsstadt besuche, habe ich nicht jedes Mal ein Buch mit, das sich um Bukarest dreht 😊 Es gibt viele Bücher, die in Bukarest spielen, aber meistens sind diese Bücher von rumänischen Autoren und in rumänischer Sprache (wunderschön, aber für Touristen nicht direkt geeignet). Daher habe ich mich mit der literarischen Wahl an dieser Stelle schwergetan.
Allerdings gibt es ein Buch, das in Bukarest der 80. Jahre spielt und ein interessanter Thriller sein kann, für alle, die sich für Politik und Spionage während des Kalten Krieges interessieren: Sidney Sheldons „Im Schatten der Götter“. Mir hat das Buch gefallen, auch wenn es auch einige langatmige Strecken hatte.
Was passiert im Buch? Die junge und enthusiastische Mary Ashley wird als neue amerikanische Botschafterin hinter dem Eisernen Vorhang nach Bukarest geschickt. Sie ist ehrlich und noch recht unerfahren in den gefährlichen politischen Spielen und sie setzt sich mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mittel für eine gerechte Welt ein. Dadurch wird sie zu einem Störfaktor im sensiblen Geflecht von Spionage und Gegenspionage. Sie soll ermordet werden…

- Geschichte und Kunst in Amsterdam: Auf dem Weg nach Amsterdam habe ich mir die Zeit mit einem Buch vertrieben, das tatsächlich sehr gut zum Reiseziel passt und zwar „Die Farbe Blau“ von Jörg Kastner. Die Handlung spielt im 17. Jahrhundert in Amsterdam. Alles dreht sich um einen mysteriösen Mord und ein Gemälde von Rembrandt. Was könnte passender sein? Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
Was passiert im Buch? Cornelius Suythof lebt im Amsterdam des 17. Jahrhundert. Er ist Maler und großer Anhänger von Rembrandts Kunst. Sein bester Freund wird des Mordes an zwei Menschen angeklagt, aber Suythof glaubt nicht an seiner Schuld. Beide Morde stehen im Zusammenhang mit einem Gemälde in einem intensiven Blau. Das Bild könnte von Rembrandt sein, wenn Suythof nicht wüsste, dass Rembrandt die Farbe Blau immer gemieden hat. Wer ist der Mörder? Ist das Gemälde wirklich von Rembrandt? Cornelius Suythof ermittelt…
Hinweis! Alle Bilder in diesem Beitrag (inkl. Beitragsbild) sind von mir – ich habe sie auf meinen Urlaubsreisen selbst geschossen.