Als ich mit meinem Hobby begann und noch bevor ich es tatsächlich geschafft hatte, veröffentlicht zu werden – habe ich euch schonmal erzählt, wie happy ich darüber bin? 😁 – habe ich das getan, was die meisten Neulinge in einem Bereich, nicht nur das Schreiben, üblicherweise machen.
Ich habe mich informiert, habe einige Bücher darüber gelesen und habe Seminare und Schreibworkshops, die von Dozenten mit Qualifikationen angeboten wurden, besucht. Ihr könnt hier lesen, wie ich diese Schreibworkshops erlebt habe: Schreibwerkstatt – ein exemplarischer Ablauf.
Mit der Zeit wurde mir aber klar, dass die reine Theorie mich nicht weiterbringt und ich mich einfach hinsetzen und schreiben muss. Das habe ich getan und fand dabei Gleichgesinnte: Autorinnen und Autoren, mit denen ich mich austauschen kann und ich fand eine Schreibgruppe, die da ist, um sich gegenseitig die Angst vor dem weißen Papier zu nehmen.
In der Gruppe habe ich mehrere Texte verfasst, die mir bis heute sehr lieb geworden sind und in verschiedenen Formen das Licht der Öffentlichkeit erblickt haben – glaubt mir, der Sprung in die Veröffentlichung ist nicht so leicht, weil die Texte sich dann bewähren müssen und was, wenn sie es nicht tun? Das ist die Angst und Sorge eines jeden Autors 😉 Doch ich schweife ab…
Ich nehme seit Jahren regelmäßig an den Treffen meiner Schreibgruppe teil und freue mich jedes Mal aufs Neue darauf, meistens auch, weil ich daraus großartige Minutentexte für euch hier mitbringen kann. Doch warum bin ich so gerne dort und warum sind die kurzen Übungen für mich so erfolgreich?
- Die Arbeit mit anderen motiviert mich: wenn alle brav am Tisch sitzen und vor sich hin schreiben, ist es schwer, sich dem zu entziehen. Es motiviert mich, meine Gehirnwindungen dem Schreiben zu widmen und wenn die Übung passt, geht das echt superflott. Meist habe ich in kürzester Zeit einen Text aufgeschrieben, der sich ausbauen lässt. Natürlich ist der Text nicht perfekt, aber es ist der Kern einer Idee.
- Es ist eine Zeit, zum Schreiben: ich nehme mir diese Zeit in der Woche speziell für das Schreiben und lass mich nicht von Tausend Kleinigkeiten ablenken. Das geht auch schlecht in einer eifrig kritzelnden Gruppe von Menschen 😇 Klar klappen nicht alle Übungen, aber dann mache ich meine Einkaufsliste… kommt seltener vor, als man denkt.
- Schreibübungen helfen, eine Schreibblokade zu überwinden: ich hatte am Anfang des Jahres 2025 eine lange Strecke, in der ich mit meiner Gesundheit gekämpft habe und kaum schreiben konnte. Ich war wie blockiert. Der Zustand hielt an, auch nachdem ich wieder ganz gesund war. Die Schreibgruppe hat mir geholfen, darüber hinweigzukommen und wieder auch zuhause zu schreiben. Seitem habe ich die Rohfassung eines neuen Manuskripts vollenden können.
- Die Angst vor Lesung vor Publikum wird kleiner: ich bin meist nicht schüchtern im Leben, aber wenn es darum geht, meine eigenen Texte laut vor Publikum zu lesen, entdecke ich meine sensible Seite 😈 Da wir in der Schreibgruppe lesen können, ohne beurteilt zu werden (und wir lesen auch nur, wenn wir möchten) hilft es, nur die Texte zu lesen, bei denen ich mich sicher fühle und somit die Angst etwas zu überwinden kann. Klar ist das Lampenfieber immer noch da, aber es wird besser.
Das sind meine Hauptgründe, warum ich so gerne zur Schreibgruppe gehe und warum ich wirklich allen ans Herz legen möchte, sich mit anderen Autorinnen und Autoren zusammen zu setzen und sich auszutauschen.
„Profesionelle“ Seminare und Workshops werde ich allerdings nicht mehr besuchen. Die Gründe habe ich euch hier mal erzählt: Warum ich keine Schreibseminare mehr besuchen möchte.
Erzählt mir gerne von euren Erfahrungen! Habt ihr auch eine Schreibgruppe oder zieht ihr es vor, alleine zu schreiben?
Hinweis: Das Beitragsbild habe ich selbst auf meine Reise nach Thailand 2025 geschossen 😇
